Um diesen produktiven Blog-Tag abzuschließen möchte ich auf einen älteren Fotobeitrag in einem indonesischen Militärblog verweisen, der auf die Relevanz der Schlange im militärischen Leben und Selbstverständnis Indonesiens verweist. Der betreffende Post betrifft eines der ersten gemeinsamen Übungen von US Militärs, hier des US Marine Corps (USMC) mit TNI-Soldaten bei Banyuwangi Anfang Juni. Dabei geht es um ein Jungle Survival Training und wir sehen mehrere Fotos, auf denen ein US Marine eine gefangene Schlange enthäutet (das aus indonesischen Lehrbüchern sattsam bekannte menguliti als Form von me- -i Verben in der Bedeutung entfernen von etw. von etw.) und kulinarisch mit den gegebenen Möglichkeiten zum Verzehr zubereitet. Der möglicherweise indonesische Fotograf hat dies ausführlich dokumentiert, und der sicherlich indonesische Poster hat es für dermaßen wichtig empfunden, diesem Akt der Ernährung unter widrigen Umständen einen ausführlichen Post zu widmen.
Schlangen spielen im militärischen Einsatz zu Land eine magisch-mystische Rolle. Zuerst einmal ist es das unter den klimatischen Bedingungen nicht einfache Durchqueren von menschenfeindlichem Terrain, das den Soldaten zum Heroen erhebt. Die Beziehung zwischen “Naturliebhabern” (pecinta alam), in unserer Sprache Trekker, und (para-)militärischen Einsätzen ist bekannt und zeigt eine Vielzahl von Formen, die bei uns als Wehrübungen durchgingen. Militärischer Einsatz ist dabei immer auch eine Form von nicht nur männlichem Spiel – auch Frauen dürfen gern mal mitmachen,besonders wenn sie physische Reize aufweisen. Wir kennen auch die bekannten Formen von Unverwundbarkeit und Widerstehen aller Art von Unbillen (kebal), das auch in das Pencak Silat Eingang gefunden hat. Die Schlange bietet dabei einen besonderen Kick. Sie ist gefährlich, giftig (auf die enge Beziehung zwischen indonesischer Kriegführung des schnellen zuschlagens aus dem Hinterhalt, der Anwendungsform eines Keris / Kris sei hier nur verwiesen) und es braucht einen Heroen sie zu fangen. Unser interkulturell unbedarfter US Marine geht allerdings an der Sache vorbei. Eine Schlange dient weniger der Ernährung als eben dem Gewinn von kebal oder kekebalan. Sie hat geschnappt und direkt danach teilweise aufgeschnitten, besser angeschnitten zu werden, um noch körperwarm das Blut zu trinken. Nur das macht den Mann zum Heroen, und die Frau dito. Wer also mal in Zukunft ein gemeinsames Dschungeltraining mit dem Indo-Heer mitmachen kann, was nicht länger grundsätzlich ausgeschlossen ist, kann sich schon einmal mental darauf einstellen. es soll Spaß machen, hab ich mir sagen lassen. Eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet fehlen mir.