Verfasst von: indomilblog | 13. Mai 2011

Indomilblog bleibt geschlossen

Dieses Weblog bleibt dauerhaft geschlossen. Ich bitte um Verständnis bei all jenen, die es  weiterhin besuchen.

Meine Lebensphase, in der ich mich intensiv mit dem indonesischen Militär beschäftigt habe, ich vorüber. Ich bitte um Verständnis, dass ich Kontaktanfragen unbeantwortet lasse. Es ist nicht persönlich gemeint. Ich richte mein Leben derzeit neu aus und benötige die erforderliche Zeit dafür.

Mein Blog ist in schwierigen Zeiten  entstanden, die mir nicht die Aufmerksamkeit ließen es so auszubauen, wie es heute erforderlich ist. Ich wusste es seinerzeit auch nicht und hatte mich auf den Inhalt, nicht die Form konzentriert. Sollte meine Unterlassung zu Verwirrung geführt haben, so bitte ich um Entschuldigung.

Wenn die Zeit gekommen sein wird, werde ich wieder an die Öffentlichkeit gehen. Nur halt nicht mehr zum Thema dieses Blogs.

Dankeschön für das Verständnis aller Bloginteressierten!

Salam hangat,
Ingo Wandelt

Verfasst von: indomilblog | 15. Juli 2010

Der Indomilblog ist geschlossen

Es ist an der Zeit die Einstellung des Indomilblog bekannt zu geben.

Neue berufliche und persönliche Aufgaben erfordern alten Ballast über Bord zu werfen, zu dem dieses Weblog seit Monaten gehört.
Mein persönliches Interesse an den politischen Entwicklungen des indonesischen Sicherheitssektors ist nicht beendet, wohl aber mein persönliches Erkenntnisinteresse erfüllt. Die Lebensphase meiner Tag-für-Tag Beschäftigung mit dem Militär und seinen Entwicklungen ist beendet, und zwar erfolgreich. Mein Berlin-Vortrag soll mein letztes Posting sein. Er enthält auch einige Hinweise darauf, wie ich die anstehende Zukunft der indonesischen Streitkräfte einschätze. Die Zeiten sind nicht mehr so, als dass ich sie öffentlich darstellen und kommentieren möchte. Der gelungene Berlin-Vortrag hat mir gezeigt, dass die persönliche Vortrags- oder Seminarform und die Möglichkeit zum persönlichen Nachfragen geeigneter ist die Komplexität des Themas darzustellen. Das indonesisches Militär polarisiert immer, und ein Weblog bietet nicht immer die Möglichkeit des angemessenen Eingehens auf Feedback, Fragen und Missverständnisse. Das gegenseitige Vertrauen ist entscheidend. Gern stehe ich für Vorträge, Seminare und Beiträge zur Verfügung, wobei das gilt, was meine Freunde schon lange wissen und manche missverstehen: you always call me first, and I never call you.

Meine neu beginnenden Beschäftigungen, die ich wie üblich frei und ohne einschränkende institutionelle Bindungen leisten werde, führen zurück zum eigentlichen Thema dieses Weblogs: interkulturelle Kommunikation und Kompetenz, zivil-militärische Kommunikation in der Praxis (Indonesien) und der Theorie, ein zurück zur Ethnologie (mein erster akademischer Abschluss) und ein weiterer Blick auf den Bereich Krisenkommunikation. Mein enges persönliches Umfeld hatte Bedingungen gesetzt, die diesem Vorhaben entgegen standen. Heute bin ich ganz zufrieden damit es nicht getan zu haben. Auf dem nun erwachsenden internationalen Einfluss- und Ausbildungsmarkt innerhalb des indonesischen Sicherheitssektors hätte ich mich ohne institutionelle Rückendeckung erheblichen Gefahren ausgesetzt. Zumal ich selber niemals dort vertreten sein wollte. Weiß ich doch genau, auf was ich mich hätte einlassen müssen.  Über mein Wörterbuch werde ich just dort über Jahre hinweg präsent sein. Zeit für den Schlussstrich in Würde.

Es wird ein neues personal weblog in der englischen Sprache geben, in dem ich u.a. meine terminologischen Arbeiten weiterführen werde. Alles andere wird sich ergeben. Wenn meine neuen Arbeitsbereiche präsentabel sind, werde ich geeignete Wege finden sie zu präsentieren. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen, die meinen Arbeiten die Treue gehalten haben. Kaum jemanden von Ihnen habe ich kennengelernt, und ein Feedback hat es nie gegeben. Was womöglich am Thema gelegen haben mag. Alles in allem war dieses Blog ein wichtiger Schritt in meinem produktiven Schaffen, den ich nicht bereue. Das Neue, das nun ansteht, wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen.

Alles Gute,
Ingo Wandelt

Verfasst von: indomilblog | 6. Juli 2010

Mein Berlin-Vortrag

Die indonesische Militärreform 2010:
Chancen und Risiken für die regionale und internationale Zusammenarbeit.

von
Dr. Ingo Wandelt, Südostasienwissenschaftler und Autor des „Wörterbuches der Umfassenden Sicherheit Indonesien“

Verschriftlichte Version des Vortrages vom 10. Mai 2010 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin. Mit nachträglichen Einfügungen, die auf aktuelle Geschehnisse im Juni und Juli 2010 eingehen.

Einleitung
In seinen ersten fünf Amtsjahren unternahm Präsident Susilo Bambang Yudhoyono keinerlei Anstrengungen in der Reform des indonesischen Sicherheitssektors. Auch im letzten Wahlkampf spielten sicherheits- und militärpolitischen Themen keine Rolle, mit denen nicht nur in Indonesien keine Wahlen zu gewinnen sind.

Im historischen Rückblick wissen wir heute, dass in den ersten fünf Jahren der Präsidentschaft Yudhoyono, 2004-2009, vorsichtige und kleinschrittige Vorbereitungen, häufig unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle, für langfristig angelegte Vorhaben unternommen wurden. Das 100-Tage-Sofortprogramm der zweiten Regierung Yudhoyono erhob einige dieser im Folgenden vorzutragenden Vorhaben zur Regierungspolitik. Die allgemeine politische Ausrichtung und der Elitenkonsens in Indonesiens ist die Ansicht, dass künftig nur ein militärisch starkes Indonesien seine Rolle in der Region und der Welt spielen kann. Wovon Indonesien noch ein erhebliches Stück entfernt ist. Dennoch erscheint mir der plötzliche Politikwechsel in der zweiten Präsidentschaft Yudhoyono zur nationalen Verteidigung und Sicherheit im Rückblick als übereilt und planlos. Bis zum heutigen Tage sind keine nennenswerte Realisierung dieser wagen Vorhaben erfolgt. Im Folgenden identifiziere ich innerhalb der indonesischen militärischen Sicherheitspolitik fünf langfristig angelegte Entwicklungstendenzen, deren Verwirklichung oder Nichtverwirklichung ich nicht prognostizieren kann.

I. Die Professionalisierung der Streitkräfte
Die erste sicherheitspolitische Richtung ist der langfristig angelegte Umbau (die Transformation) der Streitkräfte (TNI) von der historisch überkommenen binnenorientierten Armee der Aufstandsbekämpfung im Inneren (counterinsurgency) im Zeichen des Antikommunismus des Kalten Krieges und der Regimestabilisierung (ABRI) hin zu einer modernen, global kooperationsfähigen militärischen Kraft der Landesverteidigung. Wobei die innere Sicherheit im Sinne der umfassenden Sicherheit (comprehensive security) ausdrücklich in das militärische Auftragsspektrum einbezogen wird. Die Polizei soll bereits heute in der Terrorismusbekämpfung und der Gewährleistung der inneren Sicherheit im Vorfeld militärischer Einsätze handeln, und dann die Streitkräfte übernehmen, wenn die Polizei überfordert ist.

Dabei gilt, dass die eigentliche Sicherheitssektorreform (SSR) mit der bis zum September 2004 parlamentarisch verabschiedeten Gesetzeswerke – also in der Zeit der Präsidentschaft Megawati Sukarnoputris – als abgeschlossen gilt, und wir bei den anstehenden, auch gesetzgeberischen Vorhaben im engeren Sinne nun von militärischer Reform reden können. Legislative Initiativen der SSR sind nur noch in einem Gesetzesvorhaben der ordnungspolitischen Koordinierung der Sicherheitssektorakteure und der Bestimmung der Stellung und der Aufgaben der Nachrichtendienste zu erwarten.

I.1. Die Landesverteidigung
Die Landesverteidigung wird weiter ausgerichtet bleiben auf die Territorialverteidigung, d.h. die Verteidigung von Inseln, konzentrisch um die Hauptinsel Java herum. Die neue Betonung liegt heute auf der militärischen Verteidigung der Landesgrenzen und äußeren Außeninseln (pulau-pulau terluar), die als potentiell gefährdet gelten durch verdeckte militärische Maßnahmen feindlicher Kräfte aus dem Territorium des Einheitsstaates Indonesien (NKRI) herausgelöst zu werden. Das Trauma des Verlustes von Osttimor prägt weiterhin die verteidigungspolitische Sicht des Sicherheitssektors. Es hat sich heute zu einem politischen Konsens der zivilen und militärischen Eliten Indonesiens verfestigt. Der Begriff NKRI steht aktuell für den in seiner territorialen Integrität gefährdeten Staat Indonesien. Die Bestimmung des Feindes und des Ursprungs der territorialen Bestandsbedrohung bleibt dabei interessen- und umständebestimmt. Derzeitig konzentriert sich das Bedrohungsbild auf den Nachbarn Malaysia.

I.2. Das System der territorialen Verteidigung zu Lande
Die Landstreitkräfte stützen sich bei der Verteidigung indonesischen Bodens aus das System der Territorialverteidigung, bei dem territoriale Kommandos (komando teritorial, abgekürzt Koter), fünffach gestaffelt (Kodam, Korem, Kodim, Koramil und Babinsa) das Staatsterritorium nach außen und innen verteidigen und stabilisieren. Das System der Koter soll kontinuierlich ausgebaut werden, wobei mit Rücksicht auf den geringen Verteidigungshaushalt bis 2014 nur zwei neue Kodam in Westkalimantan und Westpapua entstehen sollen. Das erste der neuen Kodam ist Ende Juni in Westkalimantan aufgestellt worden. Mit jedem neuen Kodam gehen Personalaufstockungen und Modernisierungsmaßnahmen des Heeresmaterials einher.
Marine und Luftwaffe verteidigen in ähnlicher Weise Meeres- und Lufträume, wobei bei ihnen die Modernisierung des überalterten Materials im Vordergrund steht.

I.3. Die Nationale Reserve
Spezifisch indonesisch, wenn auch in der Region Südostasien nicht einmalig, ist das konkrete Vorhaben der Aufstellung einer vierten Kraft der Verteidigung unter dem Kommando der Streitkräfte: Der Nationalen Reserve (Cadangan Nasional oder Cadnas). In ihr sollen, soweit es der vorliegende Gesetzesentwurf von 2009 erkennen lässt (wobei bis heute jegliche Durchführungsbestimmungen noch fehlen), einhundert- bis dreihunderttausend militärisch auszubildende Zivilisten in einen Status als Soldaten der Reserve verpflichtend für fünf Jahre versetzt werden. Sie werden uniformiert, teilweise kaserniert, und mit Kombattantenstatus ausgestattet sein, jedoch nicht als Soldaten der TNI, sondern als der TNI unterstellte Reservekräfte gelten. Es soll sich bei diesen Reserveangehörigen weder Reservisten noch um wehrpflichtige Soldaten handeln. Anzumerken ist, dass Malaysia, Singapur und auch die USA (Nationalgarde) ähnliche, wenn auch nicht vergleichbare Formen wie diese künftige indonesische Reserve kennen.

Als Komponente des CIMIC (zivil-militärische Zusammenarbeit) soll zur Nationalen Reserve die Wehrerfassung aller wehrtüchtigen Männer zwischen 18 und 48 Jahren hinzukommen, und die verpflichtende Teilnahme an Lehrgängen der Wehrkunde, vormilitärischer Ausbildung und einer unterstützenden Ideologie der Notwendigkeit der Verteidigung. Letztere ist im kleinen Maßstab einzelner regional angebotener Lehrgänge unter militörischer Führung bereits angelaufen. Die Streitkräfte sehen dieses Aufgabenspektrum der Führung von Zivilisten als ihren Beitrag zu einem nation-building.

II. Der militärisch-industrielle Komplex
Die zweite große Richtung der Transformation der Streitkräfte betrifft das im Einhundert-Tage-Programm der Regierung explizit benannte Ziel des Aufbaues bzw. Wiederaufbaues („revitalisasi“) des nationalen Rüstungskomplexes unter Einbeziehung ausgewählter Universitäten. Ein solcher militärisch-industriell-wissenschaftlichen Komplex soll eine strategic community herausbilden, die in der Lage sein soll Indonesien in der inländischen Rüstungsproduktion weitestgehend unabhängig vom Ausland zu machen, und eigene strategische Denk- und Handlungskompetenzen und eine qualifizierte nationale Führungs- und Funktionselite zu entwickeln. Dieses hohe Ziel, einmal verwirklicht, kann man sich vorstellen als ein netzwerkartiger, korporatistischer Zusammenschluss von vorhandenen, aber heruntergewirtschafteten Rüstungsbetrieben, technischen Universitäten und alten und neuen Kompetenzzentren in Politik- und Sozialwissenschaften. Institutionelles Zentrum dieses Zieles dieses Projektes eines human resources development ist die in 2009 auf Initiative des Präsidenten gegründete Universität der Verteidigung, Universitas Pertahanan, in Jakarta und Bandung. Sie befindet sich noch in ihrer Kindheitsphase und hat im Mai eine erste personale Führungsebene erhalten. Die Finanzierung und der Aufbau der Universität erfolgen überwiegend aus dem Ausland, und zwar den USA, Singapur, England und Australien.
Priorität hat der Aufbau der heruntergekommenen Rüstungsindustrie. Indonesien soll möglichst rasch zu einem international ungebundenen Produzenten militärischer Rüstungsprodukte heranwachsen, der rüstungs- und finanztechnisch von den großen rüstungsproduzierenden Staaten unabhängig ist. Das Verteidigungsministerium hat in diesem Jahr eine Politik der rüstungstechnischen Zusammenarbeit mit möglichst vielen Staaten, unter ihnen die Volksrepublik China, begonnen. Die Kürze der Zeit und die erkennbare Hektik der Partnersuche hat noch nicht zu konkreten Kooperationsmaßnahmen führen können. Hier gilt mittel- und langfristig abzuwarten, welche Partner sich auf den notleidenden indonesischen Rüstungsproduktionssektor einlassen werden.

II.1. Haushaltsmängel
Ein großer Hemmfaktor ist der nach wie vor unzureichend ausgestattete staatliche Verteidigungshaushalt, der bekanntermaßen nur einen Teil der bestehenden und noch erforderlichen Aufwendungen leisten kann und leisten wird. Hier sind für die Zukunft planungstechnische strukturelle Mischfinanzierungen erkennbar. Z.B. indem andere staatliche Ressorts für Aufgaben in Verteidigung und Sicherheit aufkommen, die Provinzverwaltungen die komando teritorial mitfinanzieren, und über Patronagewirtschaft privatwirtschaftliche Unternehmen, nichtstaatliche Institutionen und Privatpersonen die gute Sache Verteidigung mitfinanzieren. Inwieweit eine solche multiple Finanzierung bereits besteht, und wer überhaupt die Streitkräfte bei nicht ausreichenden staatlichen Haushalten finanziert, ist anhand öffentlich zugänglicher Quellen kaum erkennbar. Vieles ist Wunschvorstellung, und es besteht derzeitig in Indonesien und im Ausland kein größeres öffentliches Wissensinteresse an der Beantwortung dieser Fragen.

Der zweite Hemmfaktor ist das Ministerium der Verteidigung selbst, unter dessen Führung dieser militärisch-industrielle-akademische Komplex entstehen soll. Das Dephan (Kemhan) ist als Führungsinstanz noch weit davon entfernt vom Militär anerkannt und respektiert zu werden (obwohl es in seinen Reihen zu über 90% mit militärischen Führungsoffizieren besetzt ist), und es besitzt noch keine umfassende Finanzhoheit über die Streitkräfte. Diese beiden Defizite blockiert alle Bereiche der Entwicklung der Regierungsvorhaben.

III. Militärische Elitenbildung
Die dritte große Richtung der Transformation der Streitkräfte verläuft über die Herausbildung einer militärischen Elite im Militär selbst. Die erkennbaren künftigen Eliten innerhalb der Elite der Verteidigung sind die Spezialkräfte der TNI, unter denen die Spezialkräfte des Heeres, Kopassus, die qualitative Spitze bilden werden. Der Kampf gegen den Terrorismus, der derzeitig in der Praxis noch ausschließlich von der Polizei geführt wird, soll künftig führend von militärischen Spezialkräften des Antiterrorkampfes geleistet werden. Eine in Planungsvorhaben erkennbare Aufgaben- und Fähigkeitshierarchie sieht vor, dass die Polizeikräfte der Terrorbekämpfung solange im Vorfeld der polizeilich beherrschbaren Terrorismusbekämpfung solange agieren sollen, bis die höher qualifizierten Experten des Militärs – Kopassus und andere militärische Spezialkräfte – von ihnen die Aufgaben übernehmen. Die militärischen Fähigkeiten in diesem Feld gelten heute als denen der Polizei überlegen.

IV. Internationale militärische Interoperabilität
Die vierte große Richtung ist eng verbunden mit der inneren militärischen Transformation und will den langfristig angelegten Umbau der TNI zu einer internationalen Einsatzarmee im Konzert der anderen großen militörischen Mächte der Welt. Die primäre Interoperabilität soll mit den Armeen der angloamerikanischen Staaten erreicht werden. Die TNI verspricht sich von der Zusammenarbeit mit möglichst vielen Armeen der Welt (ohne Allianzen), jedoch vorzugsweise mit den US- und angloamerikanischen Streitkräften, die Steigerung ihrer Fähigkeiten und das Wiedererlangen ihres international respektierten Ansehens in der global military community. Laufende Beteiligungen an UN-Einsätzen im Kongo (ein Kontingent von Pionieren) und, größer aufgestellt, ein Kontingent im Südlibanon, tragen dazu bei. Bei letzterem sind junge, künftige Führungsoffiziere aller Teilstreitkräfte, unter ihnen auch Kopassus, beteiligt.

Der zweimal (im März und Juni) verschobene Besuch des US-Präsidenten Barak Obama in Indonesien wird entscheidend die internationale und auch nationale Entwicklung der TNI bestimmen. Wenn die USA ihre militärische Zusammenarbeit mit der TNI offiziell neu auflegen, einschließlich mit dem Kopassus, wird die militärische Reform der TNI in allen Bereichen vorankommen. Ich gehe davon aus, dass dies geschehen wird (siehe die Nachträge im Anschluss). Auch die politisch problematische Zusammenarbeit mit Kopassus, möglicherweise unter Auflagen. Dann werden wir eine neue Ausgangslage haben.
Ansonsten stehen alle Vorhaben unter einem starken Finanzierungsvorbehalt und leiden unter der Schwäche der indonesischen zivilen und militärischen Strukturen an Führung und Fähigkeiten.

V. Der persönliche Politikstil des Präsidenten
Nur kurz und stichwortartig möchte ich hier eine weitere Dimension der verteidigungs- und militärpolitischen Entwicklungen anführen, die eng mit der Persönlichkeit des Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono verbunden ist. Er pflegt einen Politikstil der persönlichen Beziehungen innerhalb eines einen Zirkels an Vertrauten, was einer weiteren Institutionalisierung und Entpersonalisierung des Sicherheitssektors entgegenwirkt. In den anstehenden Jahren seiner Regierung wird die Rolle des Führungspersonals und seiner individuellen Charaktere und ihrer Netzwerke zunehmen, mit all den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

VI. Nachträge aus Entwicklungen und Erkenntnissen vom Juni und Juli:
Spekulativ formuliere ich hier einige Entwicklungslinien, die sich bis zum Ende der zweiten Amtszeit des Präsidenten Yudhoyono in 2014 verfestigt haben könnten.

1. Die militärische Domäne in der (zivilen) Gesellschaft, in Staat und Sicherheitssektor wird sich bis 2014 markant ausdehnt haben. Von einer entstehenden militärischen Dominanz oder gar Diktaturgefahr will ich nicht beschwören. Staat und Gesellschaft werden 2014 stärker militärisch geprägt sein als heute. Dennoch ist das Militär (die Streitkräfte) keine wirkliche politische Macht mehr. Es ist mehr und mehr finanziell von einer neuen Wirtschafts- und Politikelite und deren Interessen abhängig. Der aktuelle politische Diskurs Indonesiens spricht hierbei von politischen Kartellen. Das Militär wird, einhergehend mit entsprechenden Tendenzen unter den anderen Akteuren im Sicherheitssektor, zu einem Dienstleister der Sicherheit für finanzielle Interessen. Die komplexe Beantwortung der Frage, der die Streitkräfte wirklich finanziert, wird entscheidend sein.

Die politische Rolle der Streitkräfte wird sich in 2014 ausgedehnt haben. Die im Juni dieses Jahres vom Militär selber aufgebrachte Initiative zur erneuten Beteiligung der Streitkräfteangehörigen an den Wahlen (das passive Wahlrecht), von denen die Streitkräfteangehörigen im Zeichen einer (partei-)politischen Neutralität seit 1999 ausgeschlossen sind, wird meiner Einschätzung nach langfristigen Erfolg verzeichnen. Hauptsächlich, weil sich manche politischen Akteure und Interessen von der Rückführung des Militärs in die Politik Vorteile versprechen werden.

2. Das am 10. Juni zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Indonesien unterzeichnete Rahmenabkommen zur verteidigungs- und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit wird, obgleich im Umfang (noch) begrenzt, wird entscheidenden Einfluss auf die Richtung der sicherheitspolitischen Entwicklungen Indonesiens zeitigen. Die USA sind potentiell in der Lage, alle vorgenannten sicherheitspolitischen Vorhaben zum Erfolg zu führen oder im Ansatz abzuwürgen. Die USA werden bemüht sein, über ihre verdeckte und unterschwellige Dominanz eine Neujustierung der indonesischen Sicherheitspolitik über ein breites Spektrum an Einflussmaßnahmen zu erzielen auf ihre eigenen sicherheitspolitischen Interessen. Viele dieser möglicherweise im Verborgenen bereits angelaufenen Maßnahmen werden den urindonesischen Interessen nicht dienlich sein und latente oder offene Widerstände hervorrufen. Das Maß an sicherheitspolitischen Gemeinsamkeiten beider Staaten ist bei näherer Betrachtung erstaunlich gering. Die Deutungshoheit über das, was polizeilich und militärisch zu bekämpfender Terrorismus sei, wird heftig umstritten sein. Indonesien sieht Separatisten als die gefährlicheren Terroristen. Präsident Yudhoyono fährt einen politischen islamischen Kurs, der innen- und außenpolitisch Indonesien näher an islamische Kräfte und die Staaten des Nahen Ostens heranführt. Was den USA nicht unbedingt zusagen wird. Ebenso wenig werden sie Interesse an einem wirtschaftlich starken China und anderer Drittstaaten in der indonesischen Rüstungsindustrie haben. Die neu begonnene Partnerschaft der einstmals engen Verbündeten wird bis zu einer beidseitig vertrauensvollen Beziehung einige Klippen zu umschiffen haben.

3. Eine wenig beachtete Dimension ist die Beziehung der Streitkräfte zum Islam, insbesondere zum politischen Islam. Nach wie vor stellen sich die Streitkräfte auf die ideologische Position eines säkularen Pancasila-Staates, der alle Religionen gleichermaßen vertritt. Der säkulare Nationalismus als Ideengebäude ist im heutigen Indonesien zu einem zeremoniellen Bekenntnis degeneriert und verfügt kaum noch über politische Bindekräfte. Wie sich die Streitkräfte zu einem politisch-ideologischen Zusammengehen von Nationalismus und Islam stellen werden, auf dessen Seite sich Präsident Yudhoyono zögerlich und unentschieden zu positionieren beginnt, wird über den Sicherheitssektor hinaus Auswirkungen auf Indonesien zeitigen.

Verfasst von: indomilblog | 29. Juni 2010

Der Schlangenkult

Um diesen produktiven Blog-Tag abzuschließen möchte ich auf einen älteren Fotobeitrag in einem indonesischen Militärblog verweisen, der auf die Relevanz der Schlange im militärischen Leben und Selbstverständnis Indonesiens verweist. Der betreffende Post betrifft eines der ersten gemeinsamen Übungen von US Militärs, hier des US Marine Corps (USMC) mit TNI-Soldaten bei Banyuwangi Anfang Juni. Dabei geht es um ein Jungle Survival Training und wir sehen mehrere Fotos, auf denen ein US Marine eine gefangene Schlange enthäutet (das aus indonesischen Lehrbüchern sattsam bekannte menguliti als Form von me- -i Verben in der Bedeutung entfernen von etw. von etw.) und kulinarisch mit den gegebenen Möglichkeiten zum Verzehr zubereitet. Der möglicherweise indonesische Fotograf hat dies ausführlich dokumentiert, und der sicherlich indonesische Poster hat es für dermaßen wichtig empfunden, diesem Akt der Ernährung unter widrigen Umständen einen ausführlichen Post zu widmen.

Schlangen spielen im militärischen Einsatz zu Land eine magisch-mystische Rolle. Zuerst einmal ist es das unter den klimatischen Bedingungen nicht einfache Durchqueren von menschenfeindlichem Terrain, das den Soldaten zum Heroen erhebt. Die Beziehung zwischen „Naturliebhabern“ (pecinta alam), in unserer Sprache Trekker, und (para-)militärischen Einsätzen ist bekannt und zeigt eine Vielzahl von Formen, die bei uns als Wehrübungen durchgingen. Militärischer Einsatz ist dabei immer auch eine Form von nicht nur männlichem Spiel – auch Frauen dürfen gern mal mitmachen,besonders wenn sie physische Reize aufweisen. Wir kennen auch die bekannten Formen von Unverwundbarkeit und Widerstehen aller Art von Unbillen (kebal), das auch in das Pencak Silat Eingang gefunden hat. Die Schlange bietet dabei einen besonderen Kick. Sie ist gefährlich, giftig (auf die enge Beziehung zwischen indonesischer Kriegführung des schnellen zuschlagens aus dem Hinterhalt, der Anwendungsform eines Keris / Kris sei hier nur verwiesen) und es braucht einen Heroen sie zu fangen. Unser interkulturell unbedarfter US Marine geht allerdings an der Sache vorbei. Eine Schlange dient weniger der Ernährung als eben dem Gewinn von kebal oder kekebalan. Sie hat geschnappt und direkt danach teilweise aufgeschnitten, besser angeschnitten zu werden, um noch körperwarm das Blut zu trinken. Nur das macht den Mann zum Heroen, und die Frau dito. Wer also mal in Zukunft ein gemeinsames Dschungeltraining mit dem Indo-Heer mitmachen kann, was nicht länger grundsätzlich ausgeschlossen ist, kann sich schon einmal mental darauf einstellen. es soll Spaß machen, hab ich mir sagen lassen. Eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet fehlen mir.

Verfasst von: indomilblog | 29. Juni 2010

Informationsarmut und Blog-Transformation

Ich komme nun zu einem zentralen Punkt, der mich zur notwendigen Transformation dieses Weblog geführt hat.
Die Zeitenwende, als die ich die am 10. Juni offiziell wieder aufgenommene Kooperation der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika mit denen Indonesiens erachte, führt zum Ende der Reform des indonesischen Sicherheitssektors. Was ich in aller Kürze erläutern und begründen möchte.

Der Prozess, der ab 1998 als die Sicherheitssektorreform der indonesischen staatlichen Sicherheit und Verteidigung bekannt wurde, basierte grundlegend auf dem Anspruch Indonesiens und seiner Streitkräfte, das System und die Ordnung der staatlichen Verteidigung auf indonesische Bedingungen und Zielsetzungen zu errichten. Dieser Anspruch kann mit der begonnenen Kooperation mit den Vereinigten Staaten als beendet betrachtet werden: die USA werden im Zuge der von ihnen intendierten Anpassung der TNI an die Strukturen und Verfahrensweisen ihrer Streitkräfte und der ihrer Verbündeten und Partner im Sinne der Interoperabilität alle sogenannten „indonesischen“ Verteidigungselemente neu ausrichten, absterben oder dem Vergessen anheim fallen lassen. Die schiere Kraft der Mittel und Möglichkeiten, welche die USA sicherlich bereits in diesen Tagen in die TNI hinein bringt, die anlaufenden Ausbildungs- und Einflussmaßnahmen lassen einen Anspruch auf Hankamrata („Totale Sicherheit und Verteidigung“) unrealistisch erscheinen. Die Nationale Reserve als Volkssturm? – Wir dürfen es vergessen! Indonesiens Haushalte können das nicht finanzieren, und die USA biegen die Reserve schon heute über das gerade beendete Manöver Garuda Shield zu einer National Guard US-amerikanischen Vorbildes um. Zum Beispiel um sinnvolle Katastrophenhilfe zu gewährleisten, wann und wo immer erforderlich. Nicht, um Indonesiens Souveränität gegen einen Angriff von Malaysia aus heroisch zu verteidigen (was man dummerweise in Indonesiens Elitekreise ernsthaft glaubt). Das System der Territorialkommandos wird ernsthaft unter Druck des US-Einflusses kommen, obwohl es nicht abgeschafft werden wird. Auch unter der ABRI hatte es sich als COIN-Instrument bewährt. Ihre innere Effizienz muss jedoch erheblich gesteigert werden, was Indonesien kaum zu leisten vermag und die USA, ob sie wollen oder nicht, durch allerlei Unterstützungsmaßnahmen angehen werden müssen. Die Ansätze und Operationsmuster der inneren Sicherheit, darunter ganz besonders der Polizei, sind historisch überholt und erfordern primär in Westpapua einen neuen Ansatz zur Lösung der dortigen regionalen Krise. Niemand, und am wenigsten die USA, sind an einem neuen Bürgerkrieg auf dem Inselteil interessiert, in den die politischen und sicherheitspolitischen Dynamiken Jakartas ihn geradewegs hineinsteuert. Washington wird hier Einfluss ausüben müssen.

Was sind die Konsequenzen für dieses Weblog? Ist es nicht so, dass diese Entwicklungen dem Blog zugute kommen werden?

Nein, nicht unbedingt. Die Gründungsidee dieses Blogs war die Förderung der Kommunikation mit den und über die indonesischen Streitkräften im einem weit gesteckten zivil-militärischen Rahmen. Eine Grundvoraussetzung ist mit dem Erscheinen meines zweibändigen Wörterbuches erfüllt. Die erforderlichen Terminologien liegen vor und können genutzt werden. Niemals hatte ich daran geglaubt, dass sicherheitspolitische Entwicklungen dieses Blog dominieren werden. Die fünf Jahre davor war in Sachen Sicherheitssektor- und Militärreform fast nichts geschehen, und auch wenn ein wenig mehr als Nichts ab 2009 zu erwarten sei, war ich selbst völlig überrascht von den Reformprojekten der Regierung Yudhoyono Nummer zwei. Heute, im Rückblick und als erstes Resümee möchte ich zwei Thesen in den Raum stellen, die ich (noch) nicht belegen kann, die mir aber die größte Erklärungsbreite geben:

Erstens, das Reformpaket des Ersten-Hundert -Tage-Programms der Sicherheitssektorreform hatte nicht primär zum Ziel, die genannten und angestrebten Resultate real zu erzielen. Das war unrealistisch, gegeben die spezifischen Voraussetzungen. Wohl musste Yudhoyono seinem Militär nach fünf Jahren der Dürre an Mitteln und Aufmerksamkeit etwas mehr gewähren um es bei der Stange zu halten, dafür waren die Pläne für eine „Revitalisierung“ der Rüstungsindustrie, des Ausbaues des Systems der komando teritorial, der Nationalen Reserve finanziell allzu unrealistisch konzipiert. Er und weite Kreise der politischen Elite wussten, dass die Zusammenarbeit mit den USA unvermeidlich sein würde und die schiere Wucht des US-Einflusses in jeden Winkel der Streitkräfte dringen würde. Weshalb man dem Unvermeidlichen noch schnell etwas Eigenständiges, „Indonesisches“ entgegen setzen musste. Zum Beispiel das wenig beachtete Zentrum für Geschichte der Streitkräfte (Pusjarah), dass mit der Strukturreform erheblich aufgewertet worden ist. Im Mai 2009 hatte ich es noch aufgesucht und war erschreckt: ein durchdringender Gestank nach Mottenkugeln, eine vergilbte Minibibliothek aus Oma Ducks Zeiten, Mobiliar aus den Gründertagen der republik und Verfall an allen Ecken. Wo denn der Pak Komandan, ein Brigjen, war? Wir kamen ohne Anmeldung, aber vielleicht wäre ein Gespräch möglich gewesen? Nun, Pak Komandan, so wurde uns beschieden, war außerhalb, und zwar im Mabes (FüS) TNI. Dort werde ein neues Geschichtszentrum aufgebaut, auf dem neuesten Stand. Aha! Was sich dann auch als korrekt herausstellen sollte. Der Sinn dieser Geschichte: die USA und andere werden die Offizierausbildung in der TNI dominieren. Die Universität der Verteidigung wird neue Maßstäbe und Einflussverteilungen begründen und zementieren. Damit die Offiziere der TNI icht ganz unter Auslandseinfluss geraten, musste ein institutionalisiertes ideologisches Gegengewicht her, das neue Pusjarah. Macht diese Erklärung Sinn? Ich hoffe, dass ja.

Die im Oktober groß angekündigten Reformprojekte dürfen als gescheitert gelten und können, wenn überhaupt, nur mit massivem Kapitalzufluss aus dem Ausland sinnvoll begonnen werden. Indonesiens Führung weiß das. Deshalb die unzähligen Kooperationsverträge mit dem Ausland, die erkennbar das Ziel verfolgen, niemals wieder von nur einem Partner abhängig zu sein. Ob das gelingen wird, betrachte ich als offene Frage. Diese Entwicklungen zu verfolgen ist nicht mehr mein Interesse. Ich bitte dieses Statement als wahr zu akzeptieren. Nach drei Jahrzehnten meiner Indo-Militärbeobachtung bin ich es relativ leid, meine wertvolle private Zeit mit diesen Entwicklungen zu vergeuden. All das Kommende hatten wir bereits, und alles wird sich irgendwie wiederholen. Mögen sich Militärbeobachter, Politikwissenschaftler und andere beruflich dafür bezahlte Spezialisten damit abgeben. Ich bitte nicht mehr. Ich bin es leid, nur mehr Geschichtsverzeichner einer sich immer wiederholenden Geschichtsprozessionalität zu sein.

Zusammen mit der Projektwelle vom Oktober 2009 wurde mir immer klarer, dass der quantitative Umfang der Berichte in keinem Verhältnis zu seinem Inhalt und seiner Aussage stand. Jeder Bericht, jede Meldung konnte problemlos zu einer Aussage komprimiert werden. Verkündungsjournalismus in seiner schlimmsten Form. Nicht wirklich Neues. Die Jahre zuvor konnte ich von einem Doppelnutzen meiner data mining-Arbeit profitieren. Was indonesische Meldungen an denen ihnen eigenen Redundanzen und Blabla verzeichneten (über 90 Prozent der Textmenge ist sachlich irrelevant), konnte ich für das Wörterbuch verwenden. Ohne diese Redundanzen und den Mantra-Charakter indonesischer Terminologien (in denen der Symbolcharakter wichtiger ist als die sachlich-technische Aussage) wäre das Kamus niemals entstanden. Ab dem Mai ist dieser double use für mich entfallen und ich bitte um Verständnis, dass ich mich der Tortur indonesischer militärischer und sicherheitspolitischer Texte nur noch begrenzt hingeben werde.

Mit der Kooperation der TNI mit den US Armed Forces hat eine implizite Militärisierung der Meldungen begonnen. Was heißen soll. dass der relevante Inhalt der Texte auf unter einen Satz fällt. Die Meldungen zu Garuda Shield und den anderen Manövern und Übungen belegen mir das auffällig. Es entspricht ihrem Charakter und ist quasi systemimmanent. Nur, warum soll ich mir diese Mühe machen sinnvoll zu reduzieren und darzustellen, was Presseoffiziere produziert haben? Ich bin kein Journalist, kein NGO-/NRO-ler oder Kampagnenmensch. Mir reicht es nach einem halben Jahr zu erkennen, was geschehen ist, um den Rahmen meiner Arbeiten zu erkennen und einschätzen zu können. Diese liegen im Bereich der Kommunikation und Ausbildung. Mir liegt an der regelmäßigen Kommunikation, und dorthin werde ich zurückfinden. Kurzmeldungen werden sicherlich Teil dieses oder eines anderen Blogs bleiben, aber mit ausführlichen Kommentaren werde ich mich zurückhalten. Die Zeiten sind dafür nicht mehr förderlich. Bitte betrachten Sie meine überquellenden Kommentare in den Posts dieses Tages als ziemlich meine letzten. Dieser Rückzug ist, militärisch gesprochen, ein Rückzug auf verteidigungsfähige Stellungen und Teil meiner Strategischen Etikette bzw. Strategischen Kommunikation Indonesien. Mehr dazu im folgenden Post.

Verfasst von: indomilblog | 29. Juni 2010

Nicht länger der historische Partner

Die am 10. Juni eingeleitete Zusammenarbeit der Streitkräfte der USA und Indonesiens setzt historisch betrachtet auf einer unzweifelhaft erfolgreiche und enge Kooperation beider Staaten an. Von Beginn der 1960er Jahre des alten Jahrhunderts war Indonesien der engste Verbündete eines Indonesiens unter Suharto- und ABRI(Militär-)Herrschaft. Der enge Schulterschluss beider Flächenstaaten war ohne die Rahmensetzungen der Epoche des Kalten Krieges nicht denkbar. Der Antikommunismus schuf das gemeinsame Feindbild, der Developmentalismus das gemeinsame Ziel. Als die Fundamente beider Säulen brüchig wurden, zerbrach folgerichtig auch die sicherheitspolitische Partnerschaft. Die Welt hatte sich verändert, die Politik Washingtons mit ihr, nur Indonesien blieb sturr und starr auf altem Kurs. Wovon einiger der damaligen kursbestimmenden Elemente weiterhin gelten. Details setze ich als bekannt voraus.

Von 1991 an schmorte die ABRI in ihrem eigenen Saft. Unfreiwilligermaßen. Wollte doch niemand diesem von den USA verlassenen militärischem Stiefkind wirlich beispringen. Ruhm und Ehre oder überhaupt irgend ein politischer Vorteil war damit nicht verbunden. Die indonesischen Streitkräfte galten als unzuverlässig, eigensinnig, hoch politisch und allgemein nicht partnerschaftsfähig. Für mich erstaunlich war seinerzeit das Faktum, dass auch nach dem Tsunami in Aceh und der Wahl des von der USA nicht eben unauffällig unterstützten Präsidenten und ex-Generals Yudhoyono die Republikaner in Washington die von der ABRI zur TNI transformierten Streitkräfte nicht willig in ihre wieder offenen Arme zu nehmen bereit wahren. Die Regierungen Bush waren im Gegenteil höchst misstrauisch gegenüber Indonesien, und es sind die Demokraten, die wieder auf die alten Verbündeten zugehen. Auch sie gehen erkennbar zaghaft vor und stellen keine Blankoschecks aus.

In der Hochzeit des Kalten Krieges übernahm ein kleines Kommando von US-amerikanischen Heeresoffizieren unter Leitung eines Colonel Benson die Aufgabe, an der Seskoad (Stabs- und Kommandoschule) in Bandung, die indonesischen Landstreitkräfte völlig umzubauen. Dies geschah ab 1961, intensiv dann zwischen 1962 und 1963. Die US Army Field Manuals FM 100 wurden zur Standardliteratur der ab 1962 ABRI umbenannten Streitkräfte, terminologisch wurde das Holländische fast vollständig durch Amerikanismen ersetzt. Auf eine sehr interessante und unterschwellige Weise, die mich als Wörterbuchkompilatoren natürlich sehr genau interessiert: alle Begriffe der FM 100s wurden indonesiert, und es entstand eine scheinbar rein indonesische Militärfachsprache, die jedem Militärangehörigen selbstverständlich als ur-indonesisch erscheinen musste. Was sie jedoch nicht wirklich war. Die ABRI war eine von den USA auf counterinsurgency (COIN) getrimmte Ein-Fähigkeiten-Armee zur Zerschlagung jeder Form von inneren Widerstand. Eine der wohl am besten gelungen außeninduzierten militärischen Transformationen überhaupt. An die 3.500 indonesische Offiziere, wenn ich mich recht erinnere (die einschlägigen Fachbeiträge von Ruth Mcvey, dem Tschechen – sorry, sein Name fällt mir gerade nicht ein – und das Neue Werk Economists with Guns, das ich noch nicht besitze, geben darüber detailliertere Auskunft) wurden damals in die USA geholt und erfolgreich geschult. Nicht wenig, wenn ich einmal schätze, dass es seinerzeit nur so an die fünftausend Offiziere gab. Bis heute sind die Indo-Streitkräfte voll auf die USA ausgerichtet. Sie schauen nur dorthin, und die US Army wird von ihnen verehrt. Mailing Listen, Publikationen und andere mediale Äußerungen präsentieren diese Look East-Haltung der TNI beredt. Jedoch tun sie dies mit einem weinenden Auge, angesichts des langjährigen Verstoßes, sprich Boykott, den die ABRI/TNI niemals verstanden haben. Als The Lost Lovers Syndrome hat mir das mal jemand beschrieben. So eng, und doch so fern. Kann das heute wiederholt werden? Kann die TNI wieder einmal zu einer Kopie der US Army werden?

Die sicherheitspolitischen Gemeinsamkeiten werden abzuklopfen sein. Die TNI wird abwarten, welche Gunst die USA zu gewähren bereit sind. Kommt das Kopassus in den vollen Genuss US-amerikanischer Unterstützung? Werden sich die US-Streitkräfte ohne Wenn und Aber zu Kopassus bekennen und sich für internationale Beteiligungen einsetzen? Indonesien kann heute durchaus Nein sagen. Andererseits hat die TNI nicht wirklich eine Alternative zu den Vereinigten Staaten. China, Indien, Südkorea, Japan, die ehemaligen Ostblockstaaten Europas, geschweige denn die arabischen Staaten können rüstungstechnisch und militärisch die USA und ihre Verbündeten in Westeuropa und Australien ersetzen. Indonesiens Abhängigkeit von diesen Staaten wird in kurzer Zeit kaum zu umgehen sein. Indem Indonesien den rüstungstechnischen und militärpolitischen Markt öffnet und erweitert, die Zahl der Wettbewerber hochzuschrauben gedenkt, bedeutet nicht ein Weiniger an Abhängigkeiten. Das Hauen und Stechen auf diesem Markt wird zunehmen, die Vorteile für Indonesiens daniederliegenden Rüstungssektor jedoch kaum.

Auch die 2.800 indonesischen Offiziere, die sich heute schon wieder zu Ausbildungen in den USA befinden sollen (eine erstaunlich hohe Zahl, lege ich meine Schätzung zugrunde, dass es wohl nur 15.000 ernsthafte Führungsoffiziere in der TNI gibt) werden nicht automatisch zu einer ausschließlich pro-US-Haltung führen. Wann immer die US-Partner die Gefälligkeiten und Wohltaten für ihre indonesischen Brüder in Uniform zurückschrauben werden, wird sich auf indonesischer Seite ein Gefühl des „Wir haben’s doch immer gewusst!“ Platz schaffen. Auch darüber hinaus regieren die gemeinsamen Unterschiede: Terroristen sind für indonesische Offiziere und Elitenangehörige nicht das, was sie für die USA sind. Die TNI ist de facto eine islamische Armee, auch wenn sie das so nicht sehen will. Der indonesische Säkularnationalismus liegt am Boden, eine weit verbreitete Paranoia gegenüber dem Westen und den Nachbarn herrscht bis weit in die zivile Führungselite hinein. Yudhoyono fährt, innenpolitisch begründet, einen pro-islamischen Kurs und pflegt Beziehungen zum arabisch, persischen und nun auch türkischen Raum. Nein, für die USA und ihre Streitkräfte wird Indonesien kein easy ride werden. Indonesien ist eigentlich noch komplexer als Pakistan, und es verfügt über eine kommunikative Referenzkultur, die ich im Folgenden über meine Strategische Kommunikation vorstellen werde. Eine Kommunikationskultur, an denen sich schon mancher seine Zähne ausgebissen hat.

Verfasst von: indomilblog | 29. Juni 2010

Die Zeitenwende ist eingetreten

Es gilt einige Meldungen der dreiwöchigen Blogauszeit nachzutragen. Zu ihnen zählt ein Ereignis, dem ich ohne Übertreibung das Prädikat Zeitenwende zubillige, weil es die indonesischen Streitkräfte und den staatlichen Sicherheitssektor in einem noch nicht zu umfassenden Zeitraum in einen grundsätzlich neuen Bezugsrahmen setzen wird.

Am Donnerstag, den 10. Juni, unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika und die Republik Indonesien ein Rahmenabkommen zur gemeinsamen Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit. Dieses Abkommen, dass mir im Wortlaut nicht vorliegt (ich habe auch nicht danach recherchiert), umfasst in den Meldungen unspezifiziert gehaltene künftige bilaterale Kooperationen in militärischer Ausbildung einschließlich gemeinsamer Übungen und Austauschprogramme für Offiziere (wahrscheinlich dominant in der Richtung Indonesien – USA), militärische Beschaffungsmaßnahmen und Logistik, maritimer Sicherheit, Logistik und einem Sicherheitsdialog. Ausdrüklich ausgenommen von der Zusammenarbeit bleiben die indonesischen Spezialkräfte Kopassus, denen aufgrund des Leahy-Amendments von 1995 keine US-amerikanische Militärunterstützung zugute kommen darf.

Die Unterzeichnung des Rahmenabkommens erfolgte während der Abhaltung einer ersten offiziellen gemeinsamen Übung der US-Streitkräfte des PACOM-Kommandos in Hawaii (siehe vorhergehenden Post) mit den indonesischen Streitkräften und Kleinkontingenten anderer Nationen. Diese Garuda Shield genannte Übung ging gestern zu Ende. Zeitgleich trainierten US-Marineinfanteristen mit ihren Counterparts vom Korps Marinir. Unter diplomatisch normalen Umständen wäre die Unterzeichnung während des Staatsbesuches von US-Präsident Obama in Jakarta erfolgt. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verhinderte seinen lang angekündigten Besuch zum zweiten Mal. Nun wird Obamas dritter Anlauf im November erwartet.

Die militärische Zusammenarbeit wird derzeitig vom Pazifikkommando der US-Streitkräfte geleistet und kann noch nicht als umfassende Kooperation der Streitkräfte beider Nationen gelten. Die gegenseitige Entfremdung beider Armeen, die seit Ende 1991 kaum etwas miteinander zu tun hatten, ist groß und muss nachvollziehbarerweise langsam, weil vom Nullpunkt ansetzend, erfolgen.

Zum historischen Rahmen dieser Zeitenwende gehört, dass das indonesische Verteidigungsministerium just am selben Tage eine Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China unterzeichnete, um den großen Nachbarn in Asien in die Revitalisierung der indonesischen Rüstungsindustrie einzubinden. In den letzten Tagen wurde eine ähnliche Vereinbarung mit der Türkei unterzeichnet, und Präsident Yudhoyono befindet sich vor einem Staatsbesuch in der Türkei. Der neue militärische indonesische Partner der USA macht damit deutlich, dass er sich in keine einseitige Abhängigkeit von der Großmacht Partner am östlichen Rand des Pazifiks zu begeben gedenkt. Einen Blankoscheck des Vertrauens gewährt Jakarta nicht. Vorläufig zumindest. Die nächsten Monate werden die Grundlage legen für Art, Umfang und Qualität der Zusammenarbeit zweier einst im Kalten Krieg enger Verbündeter.

Verfasst von: indomilblog | 29. Juni 2010

Ein Lob der Sprache

Auf diesen Beitrag im halboffiziellen diplomatischen Blog des Lowy Interpreters möchte ich nur zu gern verweisen. Ein ehemaliger australischer Army Attaché lobt den Nutzen, den ihn die Beherrschung der indonesischen Sprache in seinen Aufgaben in Indonesien beschert hat. Einen Satz zu lesen wie:

„The best tool that I had as an attaché was language, a tool that gave me greater access to our Indonesian friends than I could ever have imagined. I was always a better communicator than I was a technical linguist, but in my position, this is what was needed.“

geht mir als Sprachlehrer runter wie italienische Eiscreme mit Cappuchino. Neu ist mir die Tatsache des praktischen Nutzens der indonesischen Sprache für geldwerte Aufgaben in Indonesien natürlich nicht. Indonesier sprechen untereinander Indonesisch, und das Indonesische unterteilt sich in …, na ja, so sehr ins Detail möchte ich hier und jetzt nicht gehen.

Der Blogbeitrag fügt sich ein in ein langes Dilemma der australischen Außenpolitik, die seit den 1990er Jahren die Lehre der Sprache ihres direkten Nachbarn im Norden kontinuierlich herunterschraubt bis auf den Nullpunkt (es gibt keine reguläre indonesische Sprachausbildung mehr im Land der Koalas und Kangurus, mit Ausnahme einiger Spezialstudiengänge an wenigen Universitäten), und an dem auch ein Premierminister Rudd mit seinen bekannten asiatischen kulturellen Credentials (er spricht Chinesisch, wie man sagt) wenig geändert hat. Er ist kürzlich zurückgetreten worden. Anscheinend wird nun auch in den Aussie-Streitkräften an Sprachausbildung gespart. Sollte dieser Schritt zu einem öffentlich verfolgbaren Diskurs führen, werde ich ihn mir genau anschauen. Wer weiß denn, ob solche Sparmaßnahmen nicht auch bei uns Raum greifen werden, und dann wäre es praktisch einige vorformulierte Argumente in der Hand zu haben.

Verfasst von: indomilblog | 28. Juni 2010

Blog-Transformationen

Dieses Weblog hat eine Auszeit von drei Wochen genommen, und ich danke den Lesern für das fortdauernde Interesse.

Die Auszeit hat auch der ersten Konzeptionierung einer Neuausrichung gedient, die sich neuen beruflichen und meinen privaten Interessen am Thema Militär Indonesien ausrichten werden. In den beiden anstehenden Monaten will ich das Blog wieder auf seine eigentliche Grundidee zurückführen, der Kommunikation zivil-militärisch und interkulturell. Was eine erhebliche Umgestaltung mit sich bringen wird. Viele Kategorien werde ich einstellen oder löschen, auch die Seiten werde ich umfassend neu gestalten. Mein Wörterbuch wird der neue Aufsetzpunkt meiner Blog-Tätigkeiten werden. Eventuell stelle ich dieses Blog auch ganz ein und baue ein neues, was ich aber noch nicht entschieden habe. Sicher ist, dass ich mit Präferenz ein personal weblog im Juli erstellen werde, und voraussichtlich sofort auf Englisch. Dort werden Sie dann auch endlich mehr Details zu meiner Person finden (wenn auch nur das, was ich Sie wissen lassen will).

Die Beobachtung und  Darstellung der Reformbemühungen im indonesischen Militär und überhaupt von Entwicklungen werde ich künftig weniger Beachtung schenken. Meine Gründe und Veranlassungen zu diesem Schritt werde ich in den nächsten Tagen ausführlich darstellen, auch um sie als Leser mitzunehmen. Der Gegenstand Indo-Militär (TNI) verändert sich, und die Blogvoraussetzungen müssen mithalten. Schon der nächste Post, den ich morgen vormittag angehen möchte, wird sich diesen Transformationsschritten widmen.

Verfasst von: indomilblog | 28. Juni 2010

Das neue Kodam in Westkalimantan ist aufgestellt

Was lange währt …

Heute, am 28. Juni 2010, haben die indonesischen Streitkräfte, genauer gesagt deren landstreitkräfte, das lang angekündigte neue Wehrbereichskommando (Kodam) Westkalimantan offiziell aufgestellt. Der indonesische Teil der Insel Borneo, Kalimantan, erhält damit seit 1985 erstmals wieder mehr als ein Kodam. Die große Heeresstrukturreform von 1983-1985 hatte die seit den 1960er Jahren bestehenden drei Kodam auf dem Inselteil zu einem zusammengefasst. Nun sind es deren zwei. Weitere Kodam auf Kalimantan sind nicht vorgesehen.

Der Neuaufstellung des Kodam ging offiziell die Auflösung des alten, gesamt-Kalimantanischen Kodam VI / Tanjungpura voraus. Die neuen Kodam sind entlang einer Nord-Süd Achse westlich und östlich angeordnet, folgend bestehenden Provinzgrenzen. Die Neubestimmung der Ziffern und Bezeichnungen der Kodam ein wenig verwirrend, deshalb hier Schritt für Schritt:

Das neu aufgestellte Kodam in Westkalimantan mit Sitz seines Führungsstabes in Pontianak erhält die Ziffer VII (12) und behält den Namen Tanjungpura. Es umfasst die beiden Provinzen West- und Südostkalimantan . Die untergeordneten militärischen Territorialstrukturen bleiben bestehen und werden nicht vervielfacht. Dem neuen Kodam XII unterstehen die Korem 102 und 121.

Das Kodam in Ostkalimantan, welches die Provinzen  Ost- und Südkalimantan umfasst, stellt das das eigentliche Rest-Kodam dar. Es behält die Ziffer VI, bekommt jedoch den Namen Mulawarman zugeordnet. Der Name geht zurück auf einen Raja des Königreiches Kutai, über den sich die militärischen Quellen nicht näher auslassen. Das Militär nimmt ihn in diesem Fall als Freiheitsheroen im Kampf gegen die Holländer für sich in Beschlag. Kodam VII behält die Korem 091 und 101.

In den vertraut langatmigen, jedoch inhaltsarmen Meldungen der Streitkräfte wird nichts über die Stärken und Kräfte der beiden Kodam ausgesagt. Frühere Meldungen, denen nicht widersprochen wird, sprachen von keiner vorgesehenen Aufstockung des Personals und Materials der Kodam. Der Bestand des alten Kodam wurde schlicht halbiert. Ich nehme an, dass es so geschehen ist.

Das Kodam VI in Ostkalimantan behält die Kommandeursstruktur wie gehabt vom aufgelösten Groß-Kodam. Chef (Pangdam) ist und bleibt Generalmajor (Mayjen) Tan Aspan (Akademiejahrgang 1976), eine old kalimantan hand, wo er seit Jahren stationiert ist. Sein Chef des Kodam-Stabes (Kasdam) ist der ehemalige Vizekommandeur des Kopassus, Brigjen Wisnu Bawatenaya (Jahrgang 1981). Das neue Kodam Westkalimantan hat mit Mayjen Moeldoko (Jahrgang 1981) den vormaligen Kommandeur der Infanteriedivision 1 des Kostrad ein vergleichsweise militärisches Schwergewicht erhalten. Sein Stabschef wurde eine anderer Sohn des Landes Kalimantan, Brigjen Armin Ali Anyang (in der regionalen Schreibweise Alianyang) vom Akmil-Jahrgang 1980. Bei der Wahl der Kommandeure fällt auf, dass mit der Einsatzregion Kalimantan vertraute und landsmannschaftlich verbundene Führungspersönlichkeiten aufgewählt worden sind. Auch Mayjen Moeldoko hat bereits zwei Verwendungen im alten Kodam Tanjungpura hinter sich. Bawatenaya war dort für zwei Jahre (2004-06) Asops (Stabsabteilungsleiter Nachrichten) gewesen.

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